Hammer- und Krallenzehen sind klassische statische Zehenfehlstellungen, die oft zusammen mit einer Großzehfehlstellung auftreten. Hierbei kommt es bei den Hammerzehen zu einer fixierten Beugung des Zehenendgelenks, während Krallenzehen durch eine Überstreckung des Grundgelenks bei gebeugtem Mittel- und Zehenendgelenk charakterisiert sind. Ursachen für die Ausbildung von Hammer- oder Krallenzehen sind neben dem jahrelangen Gebrauch von zu engem, geschlossenem Schuhwerk Fußfehlstellungen wie Spreiz-, Platt und Knickfüße sowie neurologische und unfallbedingte Fußerkrankungen. Zehenverkrümmung und schmerzhafte Druckpunkte am ganzen Fuß mit der Ausbildung von Hühneraugen charakterisieren das klinische Bild. Konservative Maßnahmen wie Zehengymnastik, Polsterung und das Tragen von offenen weiten Schuhen können selbst im Fühstadium der Erkrankung die Verschlechterung nicht immer aufhalten, so dass im weiteren Verlauf häufig eine Operation notwendig wird.
Zum Großteil liegt die Ursache von Zehendeformitäten im Tragen von unpassenden Schuhen, häufig mit zu hohem Absatz. In zu engem Schuhwerk stoßen die Zehen vorne an und verkrümmen sich. Diesem Prozess sollten ursprünglich die kleinen Fußmuskeln entgegenwirken, die die Aufgabe haben die Zehen zu strecken. Im Laufe der Zeit verkümmern jedoch die Fußmuskeln, was auf unzureichende Bewegung insbesondere in unserer westlichen Zivilisation zurückzuführen ist. Zusätzlich zu diesen fehlenden muskulären Ausgleichsaktivitäten, wird die Zehenverkrümmung noch durch den Zug der langen Zehenbeuger und -strecker verstärkt. Auch diese verkürzen sich im Laufe der Zeit immer weiter und verkrümmen die Zehen dadurch zusätzlich.
Prinzipiell stehen sowohl konservative als auch operative Therapiemaßnahmen zur Verfügung. Die konservative Therapie ist jedoch häufig nicht befriedigend. Wird nicht die Ursache für die Zehenfehlstellung rigoros ausgeschaltet, schreitet die Deformität und die Schwielenbildung langsam aber stetig fort. Die Ursache aber auszuschalten, hieße in vielen Fällen, den Verzicht auf das Tragen von modischem Schuhwerk. Ein Zustand der für einen Großteil der Patienten, insbesondere für Frauen praktisch nicht praktikabel ist.
Die konservative Therapie bietet sich bei der noch passiv ausgleichbaren Zehenfehlstellung an. Zunächst sollte grundsätzlich ein Versuch mit konservativen Behandlungsmaßnahmen erfolgen:
- Beeinflussung der ursächlichen Deformität z.B. durch Spreizfußeinlagen, Nachtschienen und Zügelverbände
- Zehengymnastik
- Entlastungsmaßnahmen der Druckstellen, durch bequeme Schuhe mit weichem Leder, Sandalen, Polsterungsmaßnahmen (Filzringe/Gummipolster)
- Pediküre, wobei die Schwielen und Hühneraugen ohne Ursachenbeseitigung regelmäßig wiederkehren
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